Resolutionen

Resolution Wirtschaft als Fach

Brot und Rosen statt dornigen Chancen! – Gegen Wirtschaft als Pflichtfach
Wir sprechen uns gegen die geplante Einführung des Pflichtfaches Wirtschaft aus. Wir
fordern, dass die Schule mehr ist als ein Ort, der uns auf den Arbeitsmarkt vorbereitet, um für
die Wirtschaft nützlich zu sein. Die Schule soll, unserer Ansicht nach auch ein Ort sein, an
dem wir die Welt hinterfragen können und uns unsere eigene Meinung bilden können. Was
die Probleme in dieser Welt sind, wo diese herkommen und wie man sie verbessern kann. Die
Pläne der neuen Landesregierung laufen aber darauf hinaus, Wirtschaft als eine Ansammlung
von spannenden Chancen darzustellen, die man nur ergreifen muss – und wer das nicht
schafft, der hat es eben nicht genug gewollt und damit nicht verdient. So ein Denken den
Schülern beizubringen halten wir für grundsätzlich falsch!
Die deutsche Wirtschaft produziert große soziale Ungleichheit zwischen den Menschen:
Extremen Wohlstand auf der einen Seite, der von Jahr zu Jahr anwächst und über
Generationen weitergegeben wird, auf der anderen Seite Menschen, die trotz täglicher
körperlich und seelisch zerstörerischer Arbeit von Lohn am Existenzminimum leben müssen.
Es gibt folglich keine Chancengleichheit in unserem Wirtschaftssystem, nicht jeder kann alles
schaffen oder werden, so wie manche neoliberalen Politiker behaupten mögen. Das
kapitalistische Wirtschaftssystem baut darauf auf, dass manche das Kapital besitzen und es
vermehren und andere für diese Kapitalbesitzende ihre Arbeitskraft verkaufen, was bei
niedrigen Löhnen für die einen und niedrigen Steuern für die anderen, zu einem System der
Ungerechtigkeit und Ungleichheit führt. Folglich ist die kapitalistische Wirtschaft
Deutschlands, nichts was wir der Jugend beibringen sollten.
Unserer Meinung nach sollte die Bildung im Vordergrund stehen und nicht die Ausbildung.
Anstatt das kapitalistische Wirtschaftssystem gelehrt zu bekommen, um später möglichst
wirtschaftlich zu handeln, sollten die Schüler darüber nachdenken, wie man die großen
sozialen und internationalen Probleme angeht. Wir sollten lernen, wie wir zusammen an der
Zukunft arbeiten, statt den Wettbewerb schon in der Schule zu etablieren. Wir sollten uns ein
eigenes Bild über das Wirtschaftssystem machen können. Ganz im Gegenteil fordern wir
deshalb eine wissenschaftlich-kritische Beäugung des Wirtschaftssystems, denn das kommt
momentan im Fach Sozialwissenschaften noch zu kurz. Man sollte das Fach der
Sozialwissenschaften reformieren, es auf einen kritischeren und sozialeren Schwerpunkt
bringen.
Ein Fach Wirtschaft, dass der Jugend das neoliberale kapitalistische Wirtschaftssystem
verpflichtend nahe bringen soll, das lehnen wir, als Interessenvertretung der Schüler
entschieden ab!
Wir wollen solidarisch miteinander lernen und leben.

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